Studien: Finanz-Kommunikation
Erfolgsrezepte der Finanz-Kommunikation
Ein Ergebnis der Studien ist, dass sich bezüglich ihrer Einstellung zur Finanzkommunikation zwei Gruppen von Unternehmen klar voneinander trennen lassen: Die Verfechter sind aufgeschlossen und aktiv, die Skeptiker halten sich zurück – mit entsprechenden Folgen.
Wie sich Verfechter und Skeptiker unterscheiden:
Verfechter heben sich in ihrer generellen Wertschätzung für die Finanzkommunikation deutlich positiv vom Durchschnitt ab. Sie glauben, eine gute Performance in dieser Frage sei nützlich und helfe ihnen bei der Steuerung des Unternehmens. Diese positive Einstellung lässt sich bei fünf wesentlichen Kriterien eindeutig feststellen.
Im Gegensatz dazu weichen die Skeptiker bei allen Kriterien negativ vom Durchschnitt ab, sie haben umgekehrt größere Vorbehalte gegenüber der Finanzkommunikation und fühlen sich häufiger als Bittsteller bei ihren Kapitalgebern.
Wie Verfechter profitieren:
Brennende Frage ist zunächst aber die: Lohnt sich der Mehraufwand für die Verfechter überhaupt? Haben sie nachweisbare Vorteile bei ihrer Finanzierung? Sind sie vielleicht sogar die erfolgreicheren Unternehmer?
Die Studien können belegen, dass sich die Finanzkommunikations-Typen in ihrer betriebswirtschaftlichen Performance deutlich unterscheiden. Die Verfechter beurteilen ihre geschäftlihe Lage besser als die Skeptiker. Von den Verfechtern wird auch viel häufiger ein positiver Umsatz- und Gewinntrend berichtet. Umgekehrt: Unter den Skeptikern sind fast dreimal mehr Unternehmen, die sich in der Krise befinden.
Was bringt nun aber den Verfechtern ihr Engagement konkret bei der Finanzierung? Zunächst einmal lässt sich sagen: nicht häufiger billigere Kredite als für die Skeptiker. Die Aussage „unsere Finanzierung kostet uns weniger“ machen 40% der Skeptiker, aber auch nur 42% der Verfechter.
Sehr große Unterschiede zeigen sich indes bei anderen Kreditbedingungen: Gute Finanz-Kommunikation verbessert die Beziehungsqualität zu den Kapitalgebern und sorgt für größere Finanzierungsauswahl. Verfechter bekommen von ihren Kapitalgebern wesentlich öfter positive Rückmeldungen als Skeptiker (+34%-Punkte), sie können ihr Vertrauensverhältnis zu den Kapitalgebern erheblich verbessern (+ 30%-Punkte), und sagen viel öfter „unsere Kapitalgeber verstehen uns besser“ (+ 30%-Punkte). Dass sie über mehr Finanzmittel verfügen können, bejahen 67% der Verfechter, während das nur 41% der Skeptiker von sich behaupten.
Über diese direkten Folgen hinaus gewinnen Unternehmen, die sich intensiv um ihre Finanz-Kommunikation kümmern, noch weitere Vorteile: sie haben es leichter bei der Selbstfinanzierung aus dem Umsatz, bei der Gewinnung von Risikokapital und als Folge dann auch von Bankkrediten. Dies zeigt sich besonders markant bei der Eigenkapitalausstattung: Eine wesentlich größere Zahl der Verfechter als der Skeptiker verfügt über eine hohe Eigenkapitaldecke. 39% der Verfechter weisen Eigenkapitalquoten von 30% und mehr aus, während es bei den Skeptikern nur 27% sind.
Damit lässt sich als Zwischenergebnis der Studien sehr deutlich ableiten: Firmen, die sich intensiv um ihre Finanzkommunikation kümmern, haben entscheidende Vorteile:
- Sie können mehr Verständnis von ihrem Kapitalgeber erwarten, gerade auch in Krisenzeiten.
- Sie haben mehr Finanzmittel zur Verfügung.
- Sie müssen weniger Sicherheiten stellen.
- Sie kommen unkomplizierter an ihre Finanzierung, sie sparen Zeit ein, die sie in anderen Unternehmensbereichen produktiver nutzen können.
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